Auf der Suche nach Koalas

Unser Ziel war heute Townsville und mein eigenes Magnetic Island. Eine Insel ca 8km von Townsville. Ihren Namen erhielt die Insel 1770 durch Captain James Cook. Da sein Kompass beim vorbei Segeln gestört wurde, vermutete er das die Insel aus magnethaltigen Gestein bestand.

Andre wollte heute ein bisschen ruhiger machen und sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen und arbeiten. Ich hingegen wollte Anne’s Tipp wahrnehmen, die Australierin, die wir in Myanmar kennengelernt haben, erzählte mir, das hier die Chance groß wäre auf  dem Fortswalk Koalas zu sichten. Das wollte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen.

12.55 Uhr ging dann die Fähre los. Nach ca 20min erreichte ich die Insel. Zum Glück gab es hier einen Bus, der die wichtigsten Stellen der Insel Abfuhr.

Der Busfahrer fragte auch gleich, wo genau man hin wollte, so das man nicht ausversehen in den falschen Bus einstieg.

Es dauerte nicht lange da war meine Station erreicht. Ich stieg als einzige aus und lief los. Das erste Schild das ich sah wies mich gleich auf Schlangen hin. Na toll, kann es denn in ganz Australien nicht einen einzigen Ort ohne giftige Tiere geben.

Ich lief weiter und überlegte ob ich jetzt lieber wegen der Koalas nach oben schauen sollte oder wegen der Schlangen nach unten. Beim Weiterlaufen dachte ich, dass es eigentlich äußerst ungünstig war, dass Andre nicht dabei war, denn vier Augen sehen mehr als zwei. Und meine zwei waren nicht gerade Adleraugen und meine Brille lag im Auto. Es war also sehr fraglich, ob ich einen sehen würde, selbst wenn er da war.

Irgendwie war es ein komisches Gefühl hier ganz alleine den Weg zu laufen. Mit Andre finde ich es immer schön, wenn nicht so viele Leute da sind, aber heute hätten ich nichts dagegen gehabt, wenn es ein paar mehr gewesen wären.

Als ich am ersten Aussichtspunkt kurz Pause machte um den Blick auf die Landschaft zu genießen, hörte ich ne Gruppe Mädels hinter mir. Oh gut, dachte ich, doch nicht ganz alleine. Ich ging weiter, plötzlich hörte ich die Mädels schreien und quieken.

Ich war mir sicher, die haben bestimmt einen Koala gesehen und lief zurück. Und wirklich, da war er. Völlig regungslos hing er an einem Ast. Total süß! Koalas sind ehr nachtaktive Tiere und sehr müde. Sie schlafen ca. 20Std am Tag. Ich freute mich total und war froh das die Mädels ihn entdeckt hatten, während ich vorbei gelascht bin ohne ihn zu bemerken. Obwohl ich fast die ganze Zeit nach oben geschaut hatte, hatte click here ich ihn einfach nicht entdeckt.

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Ich ging weiter, ab und zu raschelte es im Gebüsch, ich zuckte jedesmal zusammen. Und atmete erleichtert wieder auf, wenn es nur eine Echse war.

 

 

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Der Weg war sehr schön mit herrlichen Ausblicken auf Strände und das Meer. Während des Zweiten Weltkriegs wurden hier Festungen gebaut, die noch guterhaltenen Überreste konnte man sich auf dem Weg anschauen. Ich kam an unzähligen Eukalyptusbäumen vorbei, aber so sehr ich auch meinen Hals nach oben reckte, es war kein Koala mehr zu sehen.

 

Umso mehr freute ich mich das der Rückweg wieder an dem Baum mit dem Koala vorbei führte. Ich hoffte, das er noch da war.

Unterwegs kamen mir Zweifel, ob das überhaupt ein echter war, so regungslos wie er am Baum hing, vielleicht hatten die nur ne Atrappe in den Baum gehängt um die Touristen zu erfreuen, das hatten sie damals auch in Florida mit nem Krokodil gemacht.

Als ich zurück kam, hing der Koala noch genauso wie zuvor am Ast. Ich blieb stehen und wartete und jippi er fing plötzlich an sich zu bewegen. Ganz langsam und gemächlich. Das sah so goldig aus. Er kratze sich und kletterte einen Ast weiter, danach guckte er mich mit seinen dunklen Augen an. Ich war hin und weg. So ein süßes flauschiges Wesen. Er sah aus wie ein Steiff Kuscheltier und beim genaueren hinschauen, hatte er sogar einen Knopf im Ohr.

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Ich weiß nicht wie lange ich dort stand und hinauf auf dem Baum schaute. Irgendwann kam ein Typ mit lockigen Haar des Weges, ich zeigte ihn den Koala. Und was macht er, er packte gleich seine Selfistange aus und hält sie dem Koala vors Gesicht. Das fand ich vielleicht doof und ich ärgerte mich das ich ihm den Koala überhaupt gezeigt hatte.

Schließlich riss ich mich los und ging zurück zur Bushaltestelle. Zufrieden mit der erfolgreichen Suche nach dem Koala.

 

 

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