Das Bild von Henri

Unser erster Landgang

Bei der Buchung unserer Kreuzfahrt waren drei Landausflüge mit dabei. Malaga (Stadtrundfahrt), Teneriffa (Inselrundfahrt) und in Havanna – ebenfalls eine Stadtrundfahrt.

Da ich bisher nicht viele gute Erfahrungen mit geführten Ausflügen gemacht habe bin ich eigentlich kein Fan davon. Aber da sie nun mal dabei sind machen wir den in Malaga

alle mit. War zum Glück nicht viel Zeit im Bus. Die Tour war OK aber nichts was wir nicht genauso gut allein gesehen hätten. Da der Ausflug in Teneriffa von 5 Stunden fast 4,5 im Bus war bin ich mit Henri gleich in der Stadt geblieben und wir haben die Spielplätze abgeklappert während Simone sich die Insel angeguckt hat. Jetzt also Havanna. Auch wenn wir noch einige Tage in Havanna sein werden machen wir den mit da wir so gleich mal einen Überblick haben wo was ist. Unser Ausflug startet und 09:00 Uhr. Da viele das gleiche Paket

gebucht haben wie wir müssen also auch viele um diese Uhrzeit den Ausflug machen was wiederum heißt das alle auch um die gleiche Zeit zum Frühstück müssen.

Entsprechend voll ist es dort wenn 3/4 des Schiffs innerhalb von 15 Minuten beim Buffett eintreffen.

Wir haben geschafft uns draußen noch ein einigermaßen ruhiges Plätzchen zu sichern und sind pünktlich beim Treffpunkt im Theater. Beim Einlaufen habe ich mich noch über die positive

Seiten gefreut, dass die Leute Kreuzfahrtschiffe hier nicht gewohnt sind – jetzt merken wir welchen Vorteil es hat wenn die Menschen und Behörden an Kreuzfahrtschiffe gewöhnt sind.

Die Kubaner sind es nicht gewohnt wenn zeitgleich über 2.000 Menschen in dem kleinen Hafen ins Land wollen. Das von Board gehen dauert EWIG.

Henri macht das warten nichts aus

Henri macht das warten nichts aus

Wir brauchen über 2 Stunden vom Theater über den Einreiseschalter bis wir endlich bei unserem Bus ankommen. Und das mit Henri. Scheinbar ist es für uns allerdings wesentlich nerviger als für ihn, denn da er von vielen Leuten abwechselnd bespaßt wird vergeht für ihn die Zeit x-mal so schnell wie für uns.

Als wir dann irgendwann beim Sicherheitscheck an der Reihe sind

können wir kaum glauben wie die offizielle Uniform der Grenzschützerinnen hier aussieht. Wir dachten bei der ersten Dame erst sie sei die einzige – aber nein.

 

Offizielle Uniform

Offizielle Uniform

Bei geht sowas eher als Kostüm für Polizei-Stripperinnen durch aber hier ist es die offizielle Kleidung des Bundesgrenzschutz. Willkommen in Kuba.

Wenn man bedenkt das dieser Ausflug auch ganz normal zum Kaufen angeboten wird ist dies eigentlich eine Frechheit.

knapp 60€ pro Person für 1 Stunde Busrundfahrt mit 1-2 Stopps. Anschließend gab es noch einen kurzen Spaziergang durch die Altstadt. Man kann sich allerdings vorstellen wie es ist

wenn ein Reiseleiter durch eine Stadt mit 35-40 Leuten läuft und zeitgleich noch hunderte von anderen Menschen dort sind. Er erzählt zwar was aber man versteht kein Wort.

Die Stadtrundfahrt ist gut für einen ersten Einblick – mehr aber auch nicht. Leider wieder einer der nicht so tollen geführten Ausflüge – wenn man so etwas separat bucht könnte es

durchaus sein, dass man sich ärgert. Am Ende seiner Tour möchte der Guide mit der Truppe noch einer Bar auf einen Drink einkehren. Anschließend soll es zum Bus und dann zum Schiff gehen.

Die Bar sieht nett aus aber irgendwie wollen wir lieber noch ein bisschen laufen und wenn mich mein Gefühl nicht täuscht kann das Schiff auch gar nicht so weit weg sein.

Ich gehe ein paar Meter auf den offenen Platz zurück um durch eine Häuserlücke zu gucken – und da steht es auch schon. Vielleicht 300 Meter von unser Stelle entfernt.

Dafür extra noch mal in den Bus ist doch ein Witz. Wir verabschieden uns von der Gruppe und machen uns auf den weg. Ein paar andere haben es mitbekommen und verabschieden sich ebenfalls

was den Guide nicht besonders glücklich stimmt – vermutlich hat er am Ende noch ein bisschen Trinkgeld erwartet.

Nachdem wir kurz auf dem Schiff waren machen wir uns noch mal auf in die Stadt. Nun geht es an den Kontrollen auch schnell da keiner weiter da ist.

Unsere nächste Unterkunft finden wir ziemlich schnell da sie, wie der Reiseführer sagt, am schönsten Platz Havannas liegt. Ist wirklich nur zwei Blocks vom Schiff entfernt – hier können wir morgen dann locker hinlaufen. Anschließend laufen wir noch ein bisschen wahllos durch die Gassen und treffen zufällig ein älteres Pärchen das sich auf dem Schiff schon des öfteren zu uns gesellt hat da die Dame (wir nennen sie die Oma) einfach so entzückt von Henri ist.

Sie haben uns von ihrem Tag in Havanna erzählt, dass sie doch nicht verrückt sind und die teuren Touristenbusse nehmen sondern es auf der gleichen Strecke auch den Bus 102gibt der statt 3 euro nur 25 Cent kostet. Der war zwar voll gepackt und sie konnten den Fahrer click here nicht verstehen aber am Ende sind sie doch dort angekommen wo sie wollte. In Kuba gibt es zwei

Währungen CUC und CUP. CUP ist die „echte“ Währung und CUC wurde mehr oder weniger für Touristen eingeführt. Der Wechselkurs ist 1:25. Dh. man bezahlt i.d.R. wesentlich mehr als die Einheimischen und die normalen Busse kann man auch nur in der einheimischen Währung bezahlen an die man als Tourist gar nicht so ohne weiteres dran kommt – im Geldautomat gibt es nur die Touristenwährung. Aber die haben dem Busfahrer einfach 1 CUC (1€) gegeben und er hat ihnen ganz korrekt auf die einheimische Währung gewechselt Sie freuten sich riesig darüber wie das geklappt hat. Die beiden sind über 60, sprechen kein Wort spanisch und nur ein paar Brocken Englisch und statt die „einfachen“ Touristenbusse zu nehmen schlingern sie sich irgendwie auf den Undergroundwegen durch Havanna. Respekt. Wir fragen uns ob wir dann so ähnlich mit 60 sind.

Heute ist unser letzter Abend auf dem Schiff und wir wollen Henri noch ins Spielzimmer bringen das er das noch mal richtig nutzen kann – und wir die 1 Stunde ruhe haben zum Packen.

Gott – was haben wir alles mitgenommen. Koffer voll. Rucksack voll. Handgepäck voll und trotzdem noch tausende Teile die irgendwie in Taschen und Tüten verstaut werden müssen.

Wie gesagt waren noch 3-4 andere Kinder auf dem Schiff und die Eltern hatten nochmals wesentlich mehr mitgenommen als wir. Da sie mit dem Bus nach Genua gefahren sind gabs keine Beschränkung – aber jetzt zurück im Flieger haben sie einfach zu viel über. Also bieten sie uns das alles an. Gott, die haben wirklich an alles gedacht. 30er Pack Wickelunterlagen, Erkältungsbäder, Fiebersäfte, 100er Pack Windelmüllbeutel, 2 riesige Flaschen Kindershampoo (die Dinger würden für Henri reichen bis er in den Kindergarten kommt, hunderte von Windeln über, 5 verschiedene Sorten á 700 gramm

Pulver / Flocken die man mit Milch anrühren kann und nicht zu vergessen x KG an Glässchen und keine Ahnung was noch alles.

Auch wenn wir zuerst gesagt haben das wir alles dankbar annehmen. Als ich diese Massen gesehen habe und das was wir schon selbst alles dabei haben habe ich das meiste abgelehnt, mir 3-4 Teile rausgesucht und das wars. Zum Glück bin ich alleine hin Simone hätte vermutlich alles genommen. Da wir selber genug Windeln haben habe ich keine mitgenommen.

Irgendwie schaffen wir es am Ende alles irgendwie zu verstauen aber mir kommen erste Zweifel ob wir das so tatsächlich alles zum Hotel bekommen oder nicht doch ein Taxi nehmen. Wir werden sehen.

Auf dem Schiff stehen ständig fotografen bereit und irgendwie habe ich den Fehler gemacht Henri an seinem Geburtstag knippsen zu lassen. Kurz danach fällt mir wieder ein, dass die Bilder direkt ausgedruckt werden ob man will oder nicht und dann kan man es kaufen oder lassen. Und dieser Trick zieht natürlich auch bei Simone.

Sie hat sich ALLE Bilder zurücklegen lassen (30 Stück oder so) und jetzt am letzten Abend gehen wir noch mal hin um die Auswahl zu treffen. Der Witz ist – es gibt zwar diverse verschiedene Formate (klein, mittel, groß, halb groß, Gala, Serie, keine Serie etc) aber es gibt KEINE Preislist ein der man sehen kann was was kostet. Nur Schilder 10% Rabatt, kaufe 5 und 5 gratis dazu.

Aber was das kostet – nirgends. Wir fragen nach aber es gibt keine Preisliste und je nachdem wen man fragt bekommt man leicht andere Preise. Simone hat sich also alle zurücklegen lassen.5 Fotografen stehen um sie herum und warten welche sie aussortiert. Wer kann die Bilder von Henri schon nicht wollen. Und welche Mutter kann es ertragen ausgedruckte Bilder von ihrem ersten Sohn und seinem ersten Geburtstag jetzt hier zu lassen in dem Wissen das diese dann vernichtet werden. Bilder vom Sohn. Vernichtet.

Die Fotografen wittern das Geschäft ihrer Kreuzfahrt. Und Simone? Sie ist unentschlossen. Immer wieder wühlt sie in den Bildern. Sortiert das eine hier hin das andere dort hin. Dann doch wieder anders. Eine Taktik lässt sich nicht erkennen. Sie macht es spannend. Die Fotografen können es kaum mehr aushalten.

Und dann verkündet sie ihre Entscheidung: „das hier“ Ein Schock geht durch die Runde und eine Fotograf kann seine Enttäuschung nicht verbergen: er verdreht die Augen, dreht sich zu seinen Kollegen um und flüstert „only one…..“ Damit hat keiner gerechnet. Nicht einmal ich. Selbst der Kassierer scheint so gefrustet zu sein, dass er Simone von dem digitalen Bild abrät und ihr empfiehlt es einfach einzuscannen – das selbe Ergebnis. Normalerweise kostet die digitale Kopie 10€ aber der Verkäufer will uns lieber schnell loswerden und das eben erlebte vergessen also noch eine CD für 10€ mit einem Bild zu brennen.

Simone freut sich über ihr Bild – und wir freuen uns ab morgen Kuba zu entdecken.

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