Das Mädchen mit dem Buch

Vor sechs klopft der Guide an unser Häuschen. Nach einer kurzen Stärkung gehts wieder los. Was wird uns heute erwarten? Wir haben schon so viel gesehen, dass alles was jetzt kommt nur noch das Tüpfelchen auf dem I ist.

Wo sind die Tiere?

Wo sind die Tiere?

Wir sind fast zwei Stunden unterwegs und außer schönen Landschaften und ein paar Vögeln haben wir noch nicht viel gesehen. Ganz so war das mit dem Tüpfelchen dann doch nicht gemeint.

Aber dann, drei Kurven weiter stehen wir wieder mitten in einer Herde Elefanten. Elefanten gehören zu unsere Lieblingstieren. Man kann ihnen ewig zuschauen, da bei ihnen immer was los ist. Zertrampeln Büsche, streiten sich, kommen nah zum Auto usw. Löwen sind zwar sehr beeindruckend, liegen jedoch meistens auf der faulen haut. Daher mögen wir Elefanten so gern.

Wir verlassen die Herde und suchen und ein traumhaftes Plätzchen im ausgetrockneten Flussbett um eine Kaffeepause einzulegen.

Der Guide hat gerade alles schön aufgebaut. Kaffee und Kekse sind verteilt und da stapft plötzlich eine weitere Elefantenherde durch den Busch genau auf uns zu. Aus Sicherheitsgründen müssen wir alle sofort ins Auto steigen. Die Herde hat auch einige Junge dabei, in die Simone total vernarrt ist. Keine Ahnung wie viele Fotos wir davon nun schon haben.

Die Spielverderber kommen

Die Spielverderber kommen

Wir brechen auf und setzen unsere Fahrt fort vorbei an einer Herde Giraffen. Diesmal hält der Guide, so dass alle den Anblick genießen können.

Es geht weiter. Wir glauben schon das wars für heute, aber weit gefehlt. Er fährt uns noch mal in den Busch. Es steht schon ein Auto da. Die Gäste sind wie fixiert, aber aus unserer Position kann man noch nichts sehen. Wir vermuten, dass es sich um eine Wildkatze handelt. Das andere Auto fährt weg. Und tatsächlich: ein Leopard. Diesmal komplett ohne Gebüsch davor. Simone zückt gerade ihre Kamera – zackt läuft er weg. Der Guide fährt wieder weg. Simone ist ein bisschen traurig. So gern hätte sie noch mal ein Foto geschossen. Als ich ihr sage, der Guide will nur das Flussbett an einer andere Stelle queren glaubt sie mir erst nicht. Freut sich dann aber sehr, dass es stimmt. Denn dort liegt der Leopard. Ganz frei, im Sand. Und wer stolziert förmlich um unser Auto herum und lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Simone hat endlos Zeit ihr perfektes Foto zu schießen. Und es is nicht nur ein Leopard, sondern es sind zwei Geschwister. Simone ist glücklich und wir fahren zur Lodge – endlich frühstücken.

Das posiert er

Das posiert er

Nach dem Frühstück nehmen wir wieder am Bushwalk teil. Diesmal sind neben Simone und mir noch ein Vater mit seiner Tochter dabei. Ich schätze sie so um die 10 Jahre. Der Guide hält an, markiert zwei Spuren und fragt was das sein könnte. Simone und ich erkennen die Spuren aber ehe wir etwas sagen können legt die die Kleine los: „Elefantenspuren. Das hier ist der Vorderfuß, und das hier der Hinterfuß. Der Elefant ist in die Richtung gegangen“. Da ist der Guide platt. „Woher weißt Du das?“ fragt er sie. Die Kleine zeigt einen kurzen Moment der Unsicherheit kontert dann aber blitzschnell „das steht so in meinem Buch“ und deutet auf das „Spurenlesen-Buch“ welches sie in ihrem Hosenbund stecken hat. Die Kleine stapft hoch interessiert hinter dem Guide her und scheint jedes Wort förmlich aufzusagen. Auch die Frage, um was für ein Loch es sich hier handelt kann sie gezielt beantworten „Das hat ein Nashorn gemacht. Wenn legt hier seinen Haufen  hin und zertrampelt ihn mit seinen Füßen um zu zeigen ‚Das ist mein Gebiet‘ Die Männchen, die sich ihm ergeben dürfen ihren Haufen nur um das Loch herum machen, ebenso die Weibchen“

Sie ist eigentlich Französin, spricht Englisch aber fließend samt Fachbegriffen. Die Kleine ist der Hammer.

Wir finden es sehr schade, aber es heißt Abschied nehmen von der Lodge. Unsere nächste Unterkunft befindet sich im Krüger Nationalpark. Einen Tag wollen wir mal im unseren Auto auf Safari gehen. Da die Wege im Krüger gut ausgebaut sein sollen dürfte das auch kein Problem werden. Dadurch, dass wir den Walk noch mitgemacht haben kommen wir jedoch später los als gedacht. Die Geschwindigkeit im Krüger ist auf 50 beschränkt. Samt Stopps für Tiere kommt man nur sehr langsam voran. Wir hatten eigentlich geplant ein Tor in der Mitte zu nehmen und dann zu unserer Unterkunft die am südlichen Ende liegt zu fahren. Das ist jedoch nicht machbar. Die Mitarbeiterin aus unserer Lodge ruft bei der anderen Unterkunft an um zu klären wann wir spätestens da sein müssen. Es heißt 18 Uhr werden die Tore zur Unterkunft geschlossen. Wir wählen daher rein Tor weiter südlich. Von diesem aus sind es noch knapp 100 KM, also ca. 2 Stunden. Wir müssen also um 16 Uhr am Krüger-Tor ankommen. Es geht los.

Wir fahren so schnell es erlaubt ist und machen keine längeren Pausen. Fünf nach vier sind wir click here am Tor. Der Ranger fragt wo wir hinwollen. Als wir ihm den Namen unserer Unterkunft mitteilen sagt er: „Das geht nicht, das schafft ihr nicht mehr. Das Tor zur Unterkunft schließt um 17:30 Uhr und ihr braucht zwei Stunden für die Fahrt“ Na toll. Da hat die telefonische Auskunft ja viel gebracht.

Wir würden es ganz gern trotzdem probieren, aber er lässt uns nicht rein. Mit den Zeiten sind sie sehr strikt. Ich frage ob es irgendeine Lösung geben kann. Da die meisten Unterkünfte im Park staatlich sind und zusammen gehören besteht die Möglichkeit die Reservierung kostenfrei auf eine andere zu verlegen die noch erreichbar ist. Das hört sich doch sehr gut an. Dachte ich. Denn als die Dame uns umbuchen will geht das nicht, da wir diesmal über das deutsche Reisebüro gebucht haben. Umbuchungen müssen dann von diesem veranlasst werden. Mist. Aber mir fällt ein, dass wir eine Hotline haben. Die Dame ruft und und es nimmt sogar wer ab. Es stellt sich jedoch heraus, dass die dort selbst auch nicht umbuchen können sondern es noch ein Zentralbüro gibt. Da geht nur keiner ran. Wir sollen die Unterkunft also voll bezahlen und bekämen das Geld dann wieder. Ob das klappt?!

Die Dame macht alles fertig und fragt ob wir hier oder direkt bei der Unterkunft bezahlen wollen. Wir werden erst bei der Unterkunft bezahle sage ich ihr.

Wir fahren zur Unterkunft und ich schildere der Dame, obwohl wir die neue Reservierung schon haben, trotzdem noch mal unser Problem. Und siehe da: sie kann den Betrag der anderen Unterkunft gutschreiben. Da es nicht über das Reisebüro gelaufen ist bleibt eine kleine Differenz. Aber somit fallen erstmal nur 20 Euro an. Sollte das Reisebüro uns also nichts zurückzahlen is das auch kein Weltuntergang.

Die staatliche Unterkunft ist kein Vergleich mit den privaten Luxus-Lodges und macht ihrem Namen „Rastlager“ auch alle Ehre. Und statt eines leckeren 3-Gänge Menüs gibt es hier nur einen Fast-Food Imbiss, da die meisten Gäste eher Selbstversorger sind. Glücklicherweise bleiben wir hier nur eine Nacht und brechen morgen um 6 Uhr schon wieder auf. Aber so unterschiedlich kann ein Aufenthalt im selben Land sein. Im Rastlager mit Fastfood bzw. selber Kochen oder sich richtig gut gehen lassen. Wir sind etwas verwöhnt und ziehen da doch lieber die schönen privaten Lodges vor.

Nach einem kurzen Fast-Food-Snack, der wirklich nicht toll war gehen wir früh uns Bett und freuen uns morgen selber im Krüger Nationalpark auf Safari zu gehen.

 

DSC02511 DSC02517 DSC02525 DSC02542 DSC02545 DSC02549 DSC02553

Die Spielverderber kommen

Die Spielverderber kommen

DSC02563 DSC02572 DSC02586 DSC02591 DSC02598

Das posiert er

Das posiert er

DSC02600 DSC02601 DSC02625 DSC02634 DSC02642 DSC02677 DSC02676 DSC02737 DSC02736 DSC02735 DSC02745