Der Parkwächter

Bei Casas hat man gleich Anschluss an die Familie. Für uns ein riesen Vorteil, denn meist sind für das Frühstück die Frauen verantwortlich und irgendwie haben die einen 7. Sinn dafür, dass Henri – sobald er selber satt ist – alles dafür tut damit wir nicht in Ruhe frühstücken kommen. Maria, unsere erste Gastgeberin hat ihn sich jedem Morgen geschnappt

um sich ein bissen um ihn zu kümmern so dass Simone und ich in aller Ruhe frühstücken konnte. Super.

Danach haben wir einen riesigen Spaziergang unternommen um auch noch andere Bereiche von Havanna zu erkunden.

Wir haben unseren Adapter vergessen und wie wir feststellen braucht man in Kuba den gleichen Adapter wie in den USA. Davon haben wir zwei. Die Frage ist nur wo.

Irgendwo zu Hause – aber nicht hier. Wie erwähnt gibt es zwei unterschiedliche Währungen in Kuba. Genauso gibt es unterschiedliche Geschäfte. Einmal die, in denen man mit den

normalen Peso einkauft und ganz ehrlich – eigentlich bräuchte man hierfür ein neues Wort. Denn niemand von unser wird sich unter dem Geschäft das vorstellen, was es hier ist.

Meist ist es in irgendeinem zerfallenen Gebäude eine alte Holztür. Dahinter ein Tresen und hinter diesem ein paar Bretter auf denen ein paar vereinzelte Waren stehen die hier scheinbar

zum Verkauf angeboten werden. Das ganze wirkt eher wie aus einem alten Western denn als ein Geschäft. In so einem haben wir bisher nie gekauft da sie bis auf 5-6 Grundnahrungsmittel auch nichts

haben was wir gebrauchen könnten – nichtmal eine Flasche Wasser kann man dort kaufen.

Dann gibt es die Geschäfte, in denen man mit der teuren Währung bezahlen kann und im Vergleich zu den Western-Shops verdienen diese schon den Titel Geschäft. Allerdings ist die Auswahl extrem

überschaubar. Selbst der Dorfladen hat mehr Produkte als die größten Läden die wir hier gefunden haben. Von der Fläche her sind sie zwar gar nicht so klein aber die Auswahl ist trotzdem gering.

Das Nudelregal ist mehrere Meter breit – aber es gibt nur eine Sorte Spaghetti. Gleiches gilt für Öl. Nudelsoße. Ketchup und anderes. Wo sich bei uns hunderte Produkte

um einen Stellplatz im Regal streiten da es von jedem Produkt (z.B. Joghurt) gefühlt hunderte verschiedene Marken und Variante gibt und man die Qual der Wahl hat wird einem

hier die Qual abgenommen – es gibt pro Produktgruppe nur ein Produkt. Chips? Eine Marke. Öl? Eine Sorte. Ketchup? Eine Marke und eine Sorte etc. Dh. in einem Geschäft mag es zwar

etliche Meter an Regal geben trotzdem bleibt die Auswahl sehr bescheiden. Was von einer Seite betrachtet aber auch gar nicht so schlecht ist. Muss es wirklich von 50 verschiedenen Marken

Sonnenblimenöle geben bei denen uns versucht wird mit Werbung zu vermitteln welches besser ist als das andere wobei die im Grunde doch alle gleich sind?! Hier stelt sich die Frage

gar nicht – es gibt eins und gut ist. Aber wenn man mal etwas bestimmtes sucht wird es schwierig. Unser Adapter zum Beispiel. In dem Einkaufszentrum werde ich vom Elektromarkt in den Baumarkt geschickt – aber auch die sind absolut kein Vergleich zu unseren. Trostlos hängen hier

ein paar Artikel in den Regalen und der Adapter – ausverkauft. Wann der nächste kommt weiß de Dame nicht ich click here könne es noch mal dort drüben probieren. Aber auch da – kein Adapter mehr. Vielleicht in ein paar Wochen wieder. Klasse. In diesem Einkaufscenter lag unsere größte Chance.

Pech gehabt. Wir schlendern so weiter durch die Straßen Richtung Platz der Revolution und lassen uns einfach treiben. Da kommen wir in eine belebtere Ecke und auf dem Boden sitzt eine Frau mit einem Bauchladen. Ich weiß nicht wieso aber aus irgendeinem Grund bleibe ich kurz  stehen und schaue mir ihre klägliche Auslage an. Sie verkauft Zahnpasta, Rasierklingen, Kleber, und ein paar unscheinbare Dinge. Ich befinde mich schon wieder in der Vorwärtsbewegung als mein Blick einen komischen Gegenstand erfasst. Das wird doch wohl kein…. doch! Tatsächlich.

Die Frau auf der Strasse

Die Frau auf der Strasse

Sie hat einen Adapter. Ist das zu fassen. Im größten Kaufhaus von Kuba ist keiner zu bekommen und hier mitten auf der Straße sitzt eine Frau mit einem Wahllos zusammengestellten Bauchladen

und verkauft wirklich unseren Adapter. Den nehmen wir natürlich mit.

Wir wollen noch eine Stadtrundfahrt mit dem Oldtimer machen und auf dem Weg dorthin kommen wir an einer Lücke zwischen zwei Häusern vorbei in der ein paar Bänke stehen. Henri braucht eine neue Windel also dafür ist es ein gutes Plätzchen. Eigentlich soll das hier so eine Art „Park“ sein,

aber das Teil ist einfach nur abgewirtschaftet. Alles kaputt und verdreckt. Aber dank der Wickelunterlagen ein guter Platz für uns da hier außer zwei älteren Kubaner keiner ist.

Simone bereitet gerade das Wickeln vor da kommt einer der beiden vorbei und will uns irgendwie beim Wickeln helfen. Keine Ahnung wie er auf die Idee kommt aber er ist eher lästig als hilfreich. Wir legen die eingerollte volle Windel kurz zur Seite und schon schnappt er sie sich. Wir deuten ihm an, dass wir die selber wegschmeißen aber er meint nein, kein Problem er kümmert sich drum.

Geht drei, vier Schritte weg und zack schmeißt er die Windel einfach im hohen Bogen in die Ecke.

Oh man. Wir sind fertig und wollen gehen. Jetzt deutet er an, dass er für seine Hilfe gerne etwas hätte. Hilfe?! Er hat genervt und wirft die Windel einfach in die Ecke. Wir tuen so als ob wir nichts verstehen bedanken uns und gehen. Vor der Pforte kommt ein jüngerer Kubaner auf uns zu und spricht wild auf uns ein. Zeigt auf den Alten und erzählt irgendwas. Im ersten Moment denke ich

er glaubt der Alte habe uns belästigt, daher sage ich ihm nein – kein Problem. Alles gut.

Der Park

Der Park

Aber dann spricht er auf Englisch „Ey, der Mann ist der Parkwächter und kümmert sich um die Anlage das alles schön in Ordnung bleibt“ Ich muss fast loslachen. Parkwächter der beim wickeln nervt und die volle Windel einfach so wegwirft… das ich nicht lache. Wir zahlen nichts gut gehen einfach. Parkwächter… tz.

Havanna hat uns sehr gut gefallen und wie freuen uns wieder zu kommen. Aber morgen geht es nach Vinales.