Die Höhlenforscher

Gestern sind wir in Vang Vieng angekommen. Ein kleiner Ort, der mir gleich auf Anhieb gut gefallen hat.

Die Landschaft ist total schön mit dem Fluss und den Bergen im Hintergrund.

Heute Morgen haben wir uns ein Cross- Motorrad ausgeliehen. Wir wollten ein bisschen durch’s Innenland fahren und verschiedene Höhlen besuchen, von denen es hier unzählige in Vang Vieng gibt. Wir mussten bald feststellen, das die Straßen alles andere als gut sind. Man wurde ganz schön durchgeschüttelt und gerüttelt. Nachdem wir mehrere Dörfer durchquert hatten, kamen wir bei unserer ersten Höhle an.

Simone auf dem Bike

Simone auf dem Bike

Wir hatten gelesen, das die Höhlen nicht beleuchtet sind und es daher ratsam ist eine Taschenlampe inklusive Ersatzbatterien mitzunehmen. Weil es sonst schwierig werden kann, den Weg vom Inneren hinaus zu finden. Ersatzbatterien hatten wir zwar nicht dabei, aber immerhin eine Stirnlampe hatten wir mitgebracht. Wir waren ganz froh, das wir am Eingang der Höhle nochmals mit je einer Stirnlampe ausgerüstet wurden und stürzten uns ins Abenteuer.

In der Höhle war es stockduster. Es herrschte Toten Stille, irgendwie unheimlich. Es war eine Tropfsteinhöhle, hier und dort befanden sich Stalagmiten und Stalaktiten. Irgendwann hörten wir Stimmen im Inneren der Höhle. Eine Gruppe kam uns entgegen und man fühlte sich gleich viel besser, als man nicht mehr alleine war. Bald darauf waren sie aber auch schon Richtung Ausgang verschwunden und es herrschte wieder Totenstille.

DSC05085Wir waren jetzt ganz alleine in der Höhle. Als wir gerade eine Leiter hochgehen wollten entdeckte André ein paar Spinnen mit zwei großen Fühlern, die auf der Leiter saßen. Sie sahen so ähnlich aus, wie eine Kreuzung zwischen Spinne und Heuschrecke. Nachdem die Spinnen vertreiben waren, kletterten wir die Leiter hinauf. Kurz vor Ende der Höhle war eine kleine Lagune, die momentan aber ehr einer Pfütze glich. Bald darauf war dann Schluß und wir drehten um. Als ich gerade die Leiter runtersteigen wollte, machte mich André, der schon unten war auf eine fette Spinne aufmerksam, die auf der Leiter hockte. Es war das gleiche Exemplar, wie vorhin, nur größer und mit riesigen Fühlern. Nachdem ich mich von meinem Schock erholt hatte und mich bei André beschwert, das er mich überhaupt darauf hingewiesen hatte, trat ich gegen die Leiter um die Spinne zu verscheuchen. Diese sprang in ihr Netz. “ Na toll“, dachte ich, “ springen könnende die auch noch“. Ich kletterte die Leiter hinunter und war heilfroh als ich unten war und keinen weiteren Spinnen begegnete. Man kann es sich nicht vorstellen, aber als wir kurz click here vor dem Ausgang standen und langsam das Tageslicht in die Höhle hereinströmen sah, tat das unendlich gut.

In der Höhle

In der Höhle

Direkt neben der erkundeten Höhle, gab es auch noch eine Watchcave. Auf dem Weg dort hin raschelte es auf dem Boden. Ich atmete auf, als ich sah, das es nur eine Echse war, wartete dann aber doch bis André mich ein geholt hatte. Als er kam raschelte es schon wieder. „Nur ne Echse“, sagte ich zu ihm und lies ihn vorgehen. Er guckte etwas misstrauisch, sah dann aber auch die Echse. Wir gingen weiter. Als André sah, das die Watchcave nur ein Loch war in das man hineinschauen konnte, drehte er gleich wieder um. Ich wollte wenigstens mal reinschauen, was man da so sah und bewegte mich weiter in Richtung Höhlenloch. Nur noch wenige Schritte entfernt, sah ich im Gebüsch eine Schlange.“Ok“, dachte ich,“Rückzug, genug gesehen“. André meinte danach, ich hätte bestimmt nur eine Echse mit einer Schlange verwechselt.

Als nächstes fuhren wir zur blauen Lagune, das ist ein Flüsschen mit klaren blauen Wasser. Wir hatten zwar unsere Badesachen mit, entschieden uns aber gegen das erfrischende Wasser. Stattdessen gönnten wir uns erstmal einen Shake und einen Happen zu essen, dann ging’s weiter zur nächsten Höhle.

Auch hier waren wir wieder ganz allein, da war es umso beruhigender, das uns ein Einheimischer zur Höhle begleitete. „Oh cool“, dachte ich schon,“die Höhle ist mit Führung“. Doch er wollte natürlich Geld, wenn er uns weiterbegleitete. Da uns 50.000 Kip zu viel waren, lehnten wir aber ab. Er gab uns noch je ne Stirnlampe, bei denen ich allerdings das Gefühl hatte, die Batterie würde bald versagen.

Ein kurzer Blick von André in die Höhle reichte, um ihn davon zu überzeugen nicht hinein zugehen, denn die Decke war sehr niedrig.

Also machte ich mich alleine auf den Weg, durch die dunklen, engen Gänge. Unterwegs bereute ich es noch nicht gleich beide Taschenlampen mitgenommen zu haben. Allein ist das alles noch unheimlicher, ich versuchte alles so gut wie möglich mit meiner schwachen Taschenlampe auszuleuchten und war froh, das ich keinem Getier begegnete. Es ging mehrere Leitern hoch und runter über Holzbalken, die unter meinem Gewicht schon beträchtlich knarrten. Irgendwann wurde es so feucht und glatt, das ich mich entschied umzukehren. André wartete am Ausgang und hatte die Ohren gespitzt, ob er irgend ein Lebenszeichen oder Schrei von mir hörte und mir evtl. doch noch zur Hilfe eilen muss.

Die nächste Höhle schauten wir uns dann nur noch von außen an, dann fuhren wir zurück nach Vang Vieng. Nachmittags telexten wir am Pool und abends gab’s noch nen dicken Burger.