Die Tunnel des Vietcong

Als ich durch den Tunnel kroch, war ich ganz froh, das ich hier nicht alleine war.

12.50 Uhr sollte ich am Reisebüro sein. Also machte ich mich kurz nach 12.00 auf den Weg. Unten im Hotel bezahlte ich noch den Kuchen, den ich für André bestellt hatte. Die Dame zeigte mir noch das Schild aus Schokolade auf dem Happy Valentinsday stand und das sie für mich angefertigt hatte. Ja, heute ist Valentinstag und da ich heute auf Achse war, wollte ich André mit einem Stück Kuchen überraschen. 16.00 Uhr wollten sie ihm den Kuchen auf’s Zimmer bringen.

Als ich aus dem Hotel kam sprach mich schon ein Rollerfahrer an, ob er mich irgendwo hinfahren könne. Ich zeigte ihm die Visitenkarte vom Reisebüro, er wollte 30.000 Dong. Nee, dafür bin ich ja gestern mit dem Taxi hingekommen, ich lehnte ab, da er auch nicht mit dem Preis runter wollte. Ich ging weiter und ärgerte mich schon ein bisschen über mich selbst, wieso ich nicht einfach doch für den Preis gefahren bin, so teuer wars jetzt auch wieder nicht.

Letztendlich, bekam ich dann aber doch noch nen Fahrer für 20.000 Dong und los ging’s. Die Straße in der das Reisebüro lag, war ne Einbahnstraße, aber das Schild Einfahrtverboten schien meinen Fahrer nicht viel zu interessieren, er fuhr einfach durch, war halt der kürzeste Weg.

Mit dem Minibus fuhr ich dann zusammen mit noch ein paar anderen Leuten zu den Cu Chi Tunneln. André hatte keine Lust gehabt, schon wieder mit dem Bus unterwegs zu sein, außerdem waren die Tunnel wohl auch nichts für seine Größe. Während der ganzen Busfahrt plapperte eine Amerikanerin ohne Punkt und Komma und unterhielt den ganzen Bus. So vergingen die 1,5Std wie im Flug.

Einen kurzen Stopp legten wir noch bei einem Unternehmen ein, das Bilder und Dekoartikel in Handarbeit anfertigte. Hier stieg auch unser Guide Micky ein. Micky war ein lustiger Typ, er erzählte uns nochmal kurz die Geschichte des Vietnamkrieges, der übrigens in Vietnam der Amerikanische Krieg heißt.

Tunnelsystem über mehrere Ebenen

Tunnelsystem über mehrere Ebenen

Die Tunnel von Chu Chi sind ein Tunnelsystem, welches sich bis zu 200 km auf drei Ebenen erstreckte. Die oberste Etage lag 3-4 Meter unter der Erde, die zweite 6 Meter click here und die dritte 8-10 Meter. Sie wurden per Hand gegraben und dienten dem Schutz (bzw. Versteck) von Menschen, Waffen und Vorräten. Die Tunnel waren ca. 80 cm Hoch und 60 cm Breit und waren auch der Zugang zu unterirdisch angelegten Gebäuden, wie z.B. Krankenhäusern. Als Eingänge dienten mit Grasbewuchs und Laub getarnte Klapptüren. Die Eingänge waren zudem durch einfache, aber wirkungsvolle Fallen wie Bambusspieße gesichert.

Der Vietcong operierte aus diesem Tunnelsystem während des Krieges und obwohl die Amerikaner versuchten die Tunnel inklusive Vietcong durch fluten, bombardieren und einleiten von Giftgasen zu zerstören gelang es ihnen nicht.

Heute sind die meisten Tunnelsysteme verfallen. Nur einige Gänge sind erhalten geblieben, die man besichtigen kann. Sie wurden auf 1,20 Meter Höhe und 0,80 Meter Breite vergrößert.

Simone im TunnelAls ich durch den Tunnel kroch, war ich ganz froh, das ich hier nicht alleine war. Unheimlich und beengend war es trotzdem. Wenn ich mir vorstelle, das die Menschen hier jahrelang drinnen gewohnt haben, bei der Hitze, im Dunkeln unter ständiger Angst entdeckt zu werden, furchtbar. Ich war ganz froh wie ich durch den Tunnel durch war und wieder frische Luft schnuppern konnte.

Wieder zurück in Saigon, lief ich zu Fuß zum Hotel. Als ich ins Zimmer stürmte, saß André am Tisch und beschwerte sich das ich gerade über seine Deko getramppelt bin ohne sie überhaupt zu bemerken. „Ooh“, ich schaute auf den Boden und sah einen Weg aus Rosenblätter, der zum Bett führte. Auf dem Kopfkissen stand… „mein Kuchen“. „Ach, das war gar kein Geschenk des Hotels“, meinte André, “ Du hättest ja auch mal einen Zettel dran machen können, das er von Dir ist“. „Ich dachte eigentlich, das erklärt sich von selbst“, erwiderte ich. Da wollten er mir also meinen Kuchen als ein Geschenk von Ihm verkaufen, weil er dachte er kommt vom Hotel.  Sowas aber auch. Erwischt! Wir lachten, teilten uns den Kuchen und futterten ihn ganz schnell auf.

Danach gingen wir noch in die Acoustic- Bar. Eine Kneippe in der Live-Musik gespielt wurde, war total super und brechend voll. Dort ließen wir den Abend ausklingen.

 

Eingang zum Tunnel

Eingang zum Tunnel