Luxuskreuzfahrt auf der Halong Bucht

 

Seit ich mich mit Vietnam beschäftigt hatte, freute ich mich darauf den Halong Bay zu sehen.

Es sollte der Höhepunkt in Vietnam werden. Ich fand es auch ganz gut, das wir von Süd noch Nord reisten, so das wir nochmal einen krönenden Abschluss am Ende hatten. Die Halong Bay liegt ca 200 km von Hanoi entfernt, der Hauptstadt Vietnams.

Auch als mir André einige Tage vorher, die Wettervorhersage heraussuchte, die leider nicht allzu gut war, inklusive Bilder Halong Bucht bei Regen, ließ ich mich von meinem heiss ersehnten Ziel, die Halong Bucht zu sehen nicht abbringen. Ich hoffte einfach, das sich die Wettervorhersage irrt, tut sie ja bei uns in Deutschland auch oft genug.

Als ich im Internet nach den Schiffen surfte, mußte ich ganz schön schlucken, als ich die Preise sah. Am liebsten wollte ich zwei Nächte auf dem Schiff übernachten, so das man möglichst viel sah.“ Na ja, am Besten ist es wohl, wenn man vor Ort nochmal nach fragt“, dachte ich, „vielleicht kann man ja Last Minute noch ein Schnäppchen schlagen“.

In Hanoi angekommen, kümmerten wir uns dann auch als erstes um unsere Tour, denn morgen sollte es schon los gehen. Wir fragten zunächst im Hotel nach. Die Frau von der Rezeption war super nett, zeigte uns verschiedene Prospekte und erklärte uns was für Möglichkeiten wir hatten, Programme und und und… . Da die Preise im Hotel, oft etwas teurer sind, wollten wir auch nochmal in der Stadt nachfragen. Glücklicherweise (… oder auch nicht…) hatten die meisten Reisebüros in der Stadt geöffnet, auch wenn sonst ca 90% der Stadt geschlossen war ( Tet-Fest).

Wir fragten in mehreren Reisebüros nach, ließen uns Preise und Namen der Schiffe geben und checkten dann alles ( wie Aussehen und Bewertung der Schiffe) nochmal ganz genau im Internet. Schließlich entschieden wir uns für die Imperial Deluxe Cruise, 3Tage und 2Nächte. Nach dem Buchen hatten wir ein bisschen schlechtes Gewissen, das wir nicht im Hotel gebucht hatten, weil die Dame sich so viel Mühe mit der Beratung gegeben hatte. Aber das Schiff im Reisebüro kostete nur die Hälfte und sah auch gar nicht schlecht aus. Die Dame vom Reisebüro hatte uns auch nochmal Fotos gezeigt, auf dem man das Schiff von innen und außen sehen konnte.

Am nächsten Tag wurden wir gegen 8.30 Uhr vom Hotel abgeholt. Das Wetter in Hanoi war bewölkt. Na ja dachte ich, die Halong Bay ist ca. 200km entfernt, da kann das Wetter auch ganz anders sein. Als wir ankamen war es immer noch bewölkt. Wir stiegen aus und mussten erstmal warten. Schließlich wurden wir zum Schiff geführt.

Ich war leicht geschockt, als ich das Schiff sah, es machte nicht den Anschein als würde es noch all zu viele Tage auf See überstehen. Noch dazu hatte mir André kürzlich erzählt, das schon mehrerer Schiffe gesunken seien und das vor zwei Jahren in den frühen Morgenstunden ein Schiff einfach in der Mitte durchgebrochen ist und dabei viele Leute gestorben sind.

Ich hoffte inständig das wir kein sinkendes Boot gebucht hatten und das der hässliche Kahn nur der Zubringer zu unserem eigentlichen Schiff war. Der Guide plapperte auch noch etwas, das wir unterwegs auf zwei andere Schiffe stoßen würden und dann dort aufgeteilt werden. Es bestand also ne kleine Chance doch noch hier runter zu kommen.

Doch spätestens, als wir nach dem Mittagessen unseren Kabienenschlüssel bekamen, war klar,  wir bleiben hier. Auch wenn die Kabine auf den ersten Blick ganz akzeptabel aussah, half es nicht über meine Enttäuschung weg. Ich hatte mich so gefreut und jetzt das, ich war so traurig, da passte es nur, das wir bei der nächsten Station nicht Kajak fahren konnten, weil zu wenige Paddel an Bord waren. Aber ganz ehrlich, große Lust hatte ich eh nicht mehr dazu gehabt.

Mindestens die Hälfte der Gäste waren sauer und fühlten sich betrogen, aber es brachte nichts, wußte man ja auch nicht genau, ob der Guide da auch mit drinnen steckte oder nicht und das Reisebüro war weit weg in Hanoi.

Die einzig gute Sache an der Situation war, das die Gruppe auf dem Boot sehr nett war und man kam gut ins Gespräch. Na ja, ich vielleicht nicht ganz so gut, da ich durch meine Erkältung ziemlich heißer war. An unserem Tisch saßen zwei Deutsche ( Vater und Sohn) und ein Engländer. Damit der Engländer auch was verstand unterhielten wir uns überwiegend auf Englisch.

An unserem Tisch, war ein Schild angebracht, das man für jedes Getränk, was man an Board selber mitgebracht hat, was zahlen sollte, deshalb ließen wir erstmal unsere Wasserflaschen im Rucksack verschwinden. Das Essen war wie erwartet nicht so der Reisser und die Getränke kosteten ne Menge, auch das Wasser, was eigentlich laut Reisebüro inklusive war. Ich trank jedenfalls nichts, sollten die nicht noch mehr Geld an mir verdienen.

Abends war dann doch noch ganz gute Stimmung, es gab Freibier und Softgetränke umsonst. Eine Gruppe von Backpackern, die auch schon ordentlich gebechert hatten, saßen im Kreis und sagen, während dazu Gitarre oder Ukulele gespielte wurde.

Irgendwann wars dann aber auch soweit, ich war so kaputt, das ich nur noch schlafen wollte. Im Bad bekam ich die Kriese, denn hier krabbelten jetzt click here Käfer ( vermutlich Kakerlaken) munter da her und je später der Abend wurde, umso mehr kamen hinzu. Ich legte mich ins Bett, aber konnte nicht schlafen, denn genau das Schiff das gegenüber unseres Kabinenfensters stand ließ die ganze Zeit den Motor laufen. Die Luft im Zimmer war stickig und heiß. Ich wälzte mich hin und her, aber an schlafen, war nicht zu denken. Ich war auch innerlich so geladen, ich platzte fast und das Schlimme war, mittlerweile war meine Stimme komplett weg, so konnte ich noch nicht mal jemanden anschreien. André konnte auch nicht schlafen, er ging irgendwann nach draußen. Als er wieder kam, sagte er “ ich schlaf oben“. “ Gute Idee, da hat man wenigstens frische Luft“, dachte ich:“ Ich komme auch mit“. Zusammen gingen wir auf’s Sonnendeck und machten es uns auf einer der Liegen bequem. Hier ließ es sich schon besser aushalten, auch war der Lärm vom Nachbarschiff nicht ganz so laut zu hören.

Am nächsten Tag stand für uns beide fest, wir wollten keine weitere Nacht mehr auf diesen ekligen, alten Kahn verbringen. Noch dazu erzählte uns der Guide schon am Tag zuvor, das unsere Route, quer durch die Halong Bucht zufahren komplett gestrichen ist, am zweiten Tag sollte das Schiff nur den ganzen Tag im Hafen von Cat Bar, der größten Insel der ca 2000 Inseln der Halong Bucht stehen.

Wir überlegten, ob wir gleich zurückfahren oder noch eine Nacht auf Cat Bar verbringen wollen. Wir entschieden uns für Cat Bar und sagten den Guide, das wir lieber, wie die anderen Gäste auch im Hotel auf der Insel übernachten wollen.

Zum Frühstück gab’s 4 Scheiben alten ungetosteten Toast ein kaltes Spiegelei, Butter und Marmelade. Hmm lecker. Mehr als zwei Scheiben von dem Toast bekamen wir nicht runter, obwohl André ziemlich hungrig gewesen sein muss, so wenig wie er den letzten Tag gegessen hatte.

Nach dem Frühstück verabschiedeten wir uns von den zwei Deutschen, denn sie hatten nur eine Übernachtung gebucht. Mit dem Bus wurden wir vom Hafen ins Innere der Insel gebracht. Unser erster Stopp war eine kleine Wandertour. Der Engländer meckerte, das er keine Wandertour gebucht hat, sondern eine Bootstour.

Der Weg hinauf war schön, quer durch den Dschungel, aber auch ganz schön Anstrengend. Ich war durchgeschwitzt bis ich oben war. Von oben hatte man einen super Ausblick auf die mit Bäumen bewachsenen Felswipfel. Sah echt cool aus. Der Weg wieder nach unten, war fast noch anstrengender, als nach oben, denn hier musste man so aufpassen, das man auf dem glatten Untergrund nicht ausrutschte.

Als nächstes gab’s erstmal Mittagessen, danach ging’s ins Hotel. Komischerweise waren wir als einzige in einem anderen Hotel untergebracht und man sollte es kaum glauben, es war echt in Ordnung. Na ja, nach einer Nacht auf diesem Kahn findet man wohl vieles in Ordnung. Unser Zimmer befand sich im 9ten Stockwerke und wir hatten einen super Ausblick auf den Hafen. Es war so schön, sich erstmal unter der Dusche berieseln zu lassen, denn in dem Kakerlakenbad auf dem Schiff hätten mich keine 10 Pferde zum Duschen gebracht.

1 Std hatten wir ungefähr Zeit, dann sollte es weiter gehen. Um 14.00 Uhr wurden wir dann abgeholt, komischerweise war kein anderer aus unserer Gruppe im Bus. Der Bus hielt am Ufer, wo auch schon ein Boot auf uns wartete. Es war ganz relaxt an Board, ab und zu lies der Kapitän auch mal seinen Sohn ans Steuer. Dann schaukelte das Boot ein bisschen mehr. Und wir waren ganz froh, als der Kapitän, das Steuer wieder übernahm.

Am Affenstrand machten wir dann erstmal halt. Wir hatten jetzt ca 1 Std Zeit, die Insel zu erkunden. Zufällig kam auch gerade mal die Sonne zum Vorschein. Am Strand liefen ein paar Affen herum, die vom Kapitänssohn mit Bananen gefüttert wurden. Wir krachselten den Berg hinauf und hatten einen wunderschönen Blick auf die Halong Bucht. André wollte gar nicht mehr runter kommen, so gut gefiel es ihm da oben.

Als die Zeit um war, sammelte uns das Boot wieder ein und wir fuhren durch ein schwimmendes Fischerdorf, bevor wir wieder an Land abgesetzt wurden.

Bis zum Abendessen hatten wir noch 1Std Zeit, also liefen wir noch ein bisschen am Hafen entlang, zufällig sahen wir den Engländer in einem Restaurant sitzen. Wir gesellten uns zu ihm und  kamen ins Plaudern. All zu lange blieb ich heute aber nicht wach, da ich die letzten zwei Nächte kaum geschlafen hatte.

Nach dem Frühstück ging’s dann wieder zurück auf’s Schiff und obwohl es zuerst hieß wir würden noch 2 Std in der Halong Bucht umher cruisen, nahm das Schiff dann doch den direkten Weg zurück.

Ja, dem Guide konnte man halt echt nichts glauben, sobald er nur den Mund auf machte kamen nur Lügen raus.

Kleines Fazit:

Die Halong Bucht fand ich wirklich toll, auch wenn ich nur einen Bruchteil von dem gesehen habe, was eigentlich auf dem Programm stand. Umso mehr ärgert es mich das wir auf die Betrüger hereingefallen sind und nicht doch die Tour übers Hotel gebucht haben. Echt total schade. Trotzdem einen kleinen Eindruck hat man immerhin bekommen und vielleicht kommt man ja irgendwann mal wieder und holt es nach.